• Sandra Seufert

Wie du deine Verlustangst überwindest

Aktualisiert: Aug 1

Inhalt:

Was ist Verlustangst? - Definition

Wie entsteht überhaupt Verlustangst?

Wie wirkt sich das auf ein Leben aus?

Wie du Verlustangst überwinden kannst


Verlustangst hat viele Gesichter - Im Alter, wenn Mann oder Freunde von uns gehen oder wenn zum Beispiel ein Haustier schwer erkrankt.


Manchmal geht Verlustangst auch mit der Angst vor dem Verlust der Identität einher. Beispielsweise sich in einer Beziehung zu verlieren.


Die Verlustangst, die ich am meisten zu Gesicht bekomme ist allerdings die Angst den eigenen Partner zu verlieren


Nun gehen wir Schritt für Schritt den Weg von der Definition von Verlustangst, über die Auswirkungen und natürlich zur Anleitung, um diese Angst zu überwinden.


Was ist Verlustangst? - Definition


Verlustangst tritt vorrangig in Beziehungen auf, kann aber auch auf Gegenstände oder Lebensbereiche wie den Beruf gerichtet sein und mit Existenzangst einhergehen. Verlustangst setzt Bindungsfähigkeit voraus, tritt also immer dann auf, wenn eine bestehende Bindung gefährdet erscheint, etwa durch einen Dritten, sodass sich manchmal Verlustangst durch Eifersucht ausdrückt, was wiederum mit einem geringen Selbstwertgefühl zu tun hat.


Bindungsangst und Verlustangst gehören demnach unmittelbar zusammen, denn um ein Gefühl der Verlustangst zu entwickeln, muss man zunächst das Gefühl der Bindung kennen. Eine Bindung an einen anderen Menschen beinhaltet immer auch das Risiko, den Verlust desselben zu erfahren, wobei wenn jemandem etwas oder jemand wichtig ist, es völlig normal ist, dass man sich in gesundem Maße darum sorgt, daran festhält und es, ihn oder sie nicht verlieren will.


Zwangsläufig hat auf Grund der Endlichkeit jeder Mensch im Laufe seines Lebens mit Verlusten zu kämpfen und muss lernen, mit ihnen umzugehen, d. h., Verluste lassen sich nicht vermeiden. Die meisten Probleme bei der Verlustangst rühren von dem leidenschaftlichen Verlangen her, sich an etwas so fest zu klammern, das man es fälschlicherweise als dauerhaft annimmt.


So kann krankhaftes Klammern an einen geliebten Menschen eine Folge von Verlustangst sein, die eine Beziehung in hohem Maße belastet und im schlimmsten Fall genau das Gegenteil von dem bewirkt, was eigentlich angestrebt wird. Die Verlustangst wird in solchen Fällen zu einer selbst erfüllenden Prophezeiung und ist dafür verantwortlich, sich kontinuierliche Sorgen zu machen und den Alltag damit zu belasten.


Die Ursachen für Verlustangst liegen oft in einer zu starken Bindung an die Eltern und Abhängigkeit durch zu starke Verwöhnung, am Versagung der Eltern, wenn ein Kind nicht gewollt ist und es Ablehnung oder feindselige Gefühle erfährt. Verlustangst kann aber auch später im Leben durch schlechte Erfahrungen entwickelt werden. © Werner Stangl Wien Linz


Freiburg 2021 (Stangl, 2021).

Verwendete Literatur:

Stangl, W. (2021). Stichwort: 'Verlustangst – Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik'. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.

https://lexikon.stangl.eu/16123/verlustangst (2021-08-01)


Wie entsteht überhaupt Verlustangst?


Verlustangst bezieht sich meist auf eine Erfahrung in der Kindheit:

Überwiegend ist es so, dass man als Kind so ein traumatisches Erlebnis hatte. Wer als Kind also ein traumatisches Erlebnis hatte, wo er befürchten musste, von den Eltern im Stich gelassen, vernachlässigt oder verlassen zu werden – oder sogar tatsächlich verlassen wurde – der hat als Erwachsener oft übermäßige Angst davor, vom Partner verlassen zu werden.


Die Verlustangst hat also dort ihren Ursprung!

Wenn du also zu den Menschen gehörst, die das in ihrer Kindheit erlebt haben, dann ist das wirklich schlimm. Es ist, als ob es einem den Boden unter den Füßen weg zieht. Und das wiederholt sich dann leider immer und immer wieder in seinem Leben. Du bist auf deine Eltern angewiesen gewesen und bist also eine enge Bindung zu ihnen eingegangen. Diese Bindung wurde in ihren Grundsteinen erschüttert.


Es kann aber einfach auch nur schlechte Kommunikation oder ein Missverständnis der Auslöser für Verlustangst gewesen sein. Nicht immer rührt ein Trauma von wirklich schlimmen Ereignissen. Manchmal verstehen wir etwas nicht – oder falsch – und ziehen daraus den Schluss, dass die Eltern einen verlassen wollen oder dass z.B. das „Verlassen werden“ eines Elternteiles mit einem selbst – dem Kind – zu tun hätte.


Spätere Erfahrungen können Verlustängste weiter verstärken.


Wie wirkt sich das auf ein Leben aus?


Viele Menschen mit Verlustangst leiden unter dem „Nicht gut genug“ Syndrom – hast du Angst, dass du nicht liebenswert bist, dass du – so wie du bist – nicht genügst und dein Partner dich früher oder später verlassen wird, wenn er das auch erkennt?

Diese Verhaltensmuster sollen diese Angst kompensieren:


1. Eifersucht

Anführer der Verhaltensmuster ist die Eifersucht. Aus lauter Angst, dass der Partner jemand anderen attraktiver finden könnte, sorgst du dafür, dass es nicht zu irgendeiner Form von Kontakt zwischen dem Partner und anderen Personen des eigenen Geschlechts kommt. Und kommt es doch mal dazu, macht man dem Partner direkt die Hölle heiß mit Szenen und Vorwürfen und unterstellt die Absicht der Untreue.


2. Sicherheitsbedürfnis:

Dein Gegenüber muss pünktlich, verlässlich und dir am Besten permanent sagen, das er dich über alles liebst. Du erwartest von ihm Treueschwüre und er muss dir ständig zeigen und beweisen, dass du gut genug bist. Dein Partner kann sich davon schnell eingeengt fühlen. Er ist nicht für deine Gefühle und Gedanken verantwortlich!


3. Ständiges Misstrauen und Kontrollzwang

Betroffene neigen dazu, dauerhaft wissen zu wollen, was der Partner macht und wo er sich aufhält. Oft werden Telefonate schnell zu einer Art Kreuzverhör und Dinge wie Zeit mit Freunden oder abends auf eine Party gehen können sehr schnell im Streit oder auch dem plötzlichen auftauchen des Betroffenen enden. Auch das Durchstöbern des Handys oder Laptops des Partners ist etwas, wozu Betroffene neigen.

4. Die Suche nach Bestätigung

Menschen mit Verlustangst brauchen andauernde Bestätigung von Ihrem Partner. Dies kann sich auf Äußerlichkeiten beziehen und sich in Fragen wie „Findest du mich überhaupt noch attraktiv? Du hast gar nichts zu meiner neuen Jacke gesagt“ äußern oder auch in Fragen wie „Liebst du mich überhaupt noch?„, wenn der Partner dies nicht regelmäßig zum Ausdruck bringt. Auch reagieren Menschen mit Verlustangst häufig abweisend oder beleidigt auf vermeintlich nicht genügend Aufmerksamkeit.


Letztlich sagst du deinem Partner mit deiner Verlustangst nichts anderes als: „Ich glaube dir nicht!“ Mit jedem Zweifel an der Zuneigung deines Partners kommunizierst du, deine eigene Unwertigkeit und machst dich immer mehr unattraktiv.


5. Ablehnung:

Du gehst auf Distanz und lässt niemanden mehr an dich heran. Du lebst oberflächliche Beziehungen und machst alles mit dir selbst aus. Wirkst unfreundlich und kalt auf dein Umfeld. Deine Mitmenschen tun sich schwer mit dir auszukommen.


Wie du Verlustangst überwinden kannst


Zunächst macht dir klar:

Du bist allein verantwortlich für deine Gedanken und Gefühle. Du bist der Erschaffer deiner eigenen Realität. Sei dir bewusst, das du mit Ängsten die selbst erfüllende Prophezeiung ankurbelst. Dein Partner ist nicht für dich verantwortlich und wenn er dir Fremd geht, war er nicht der Richtige. Deshalb muss man sich nicht die ganze Zeit geißeln. Wenn es nicht der Richtige für dich ist, dann wird er dich verlassen, egal was du tust. Mach dir das klar!


Verlustangst überwinden:


1. Ursachen finden

Wenn du erkannt hast, dass du übermäßige Verlustängste hast und unter diesen leidest, kannst du dich auf die Suche nach den Ursachen dieser begeben – entweder allein oder auch mit Hilfe eines Coachings. Hat man die Ursachen für eigene Verlustängste identifiziert, fällt es manchmal leichter sich von diesen zu distanzieren und nicht mehr gegenwärtige Probleme für die schlechten Gefühle und Ängste, die man zum Beispiel in der jetzigen Beziehung verspürt, verantwortlich zu machen.


2. Selbstwertgefühl stärken

Verlustängste gehen meistens mit einem sehr schlechten Selbstwertgefühl einher oder entstehen durch dieses. Durch frühe und auch spätere Verlusterfahrungen und Zurückweisung fühlst du dich wertlos und hast dadurch sogar eine Depression entwickelt. Um Verlustängste zu überwinden, ist es daher wirklich sehr wichtig an deinem eigenen Selbstwert zu arbeiten. Das darfst du begreifen! Sobald du das begriffen hast, könnte das hier interessant für dich sein.

4. Achtsamkeit fördern

Ein guter Weg Verlustängste zu überwinden ist auch, die Achtsamkeit zu fördern. Die Gedanken von Menschen mit Verlustängsten kreisen sehr häufig um negative Erfahrungen in der Vergangenheit oder mögliche schlimme Ereignisse in der Zukunft. Durch Übungen zur Achtsamkeit lernst du in der Gegenwart zu leben und den Moment zu genießen und die Ängste so für eine Zeit einfach zu akzeptieren und so zu überwinden. Einfache Übungen zur Achtsamkeit kannst du ganz einfach in den Alltag integrieren, indem du zum Beispiel bewusst isst, beim Spazieren gehen oder Duschen die Konzentration ganz darauf richtest was du gerade hörst, siehst, schmeckst, riechst und spürst. Auch Kurse wie Qi Gong, Yoga oder Autogenes Training können dir helfen, ebenso wie Meditation.


Verlustängste zu überwinden ohne eine Coaching, ist nicht unbedingt einfach und kein kurzer Weg. Aber mit etwas Geduld und Gelassenheit wirst du das früher oder später geschafft haben. Du darfst an dich glauben, denn du bist gut genug so wie du bist!


Auf meinem Blog findest du weitere hilfreiche Post, wie du dich selbst stärkst und du deine Verlustängste überwinden kannst.


Liebe Grüße,

Sandra



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