• Sandra Seufert

Wie wende ich die Magie der Dankbarkeit an?

Aktualisiert: Aug 1

Inhalt:

Was ist Dankbarkeit?

Warum ist dankbar sein so wichtig?

Wie wende ich es an?

Drei Übungen um spielerisch mehr Dankbarkeit zu lernen


Was ist Dankbarkeit?


Dankbarkeit ist mehr als nur ein einfaches "Danke", weil uns jemand vielleicht einen kleinen Gefallen getan hat. Es ist nicht das beiläufige "Danke", welches wir früher beim Metzger für die Scheibe Wurst gesagt haben. Die Leute im meinem Alter wissen wovon ich rede. Es ist nicht emotionslos und nicht nur ein loses Wort mit ein paar Buchstaben. In unserer Gesellschaft wird es häufig als Floskel verwendet. Dabei ist Dankbarkeit so viel mehr als das. Es ist mehr ein emotionales Erleben, viel mehr eine Haltung - ich würde schon fast behaupten, das es ein Lifestyle ist. Es ist ein Gefühl das in allen Farben aus dem Herzen sprudelt und ein schönes Gefühl aussendet.


Dankbarkeit kann sich in vielen Facetten im Alltag zeigen. Sie kann sich äußern in einer Widergutmachung oder in Form von Hilfe bekommen in einer schwierigen Situation.

Sie ist absichtslos. Sie einfach nur Freude über Empfangenes, sie schielt nicht nach einer Gegenleistung. Dankbarkeit ist ansteckend und kann eine Kettenreaktion auslösen. Es ist das strömen eines liebevollen Herzens.


Dankbarkeit gehört zu den positiven Gefühl. Ich empfinde zwei Gedankengänge als sehr wichtig, um volles Potential aus der ihr zu ziehen:

  1. Das Erkennen das es etwas gibt, für das ich dankbar sein kann.

  2. Das Eingeständnis das mir etwas Gutes wofür ich dankbar sein kann widerfährt. In Form von Menschen, denen ich am Herzen liege zum Beispiel.

Möglichweise hast du während du das gelesen hast schon bemerkt, was ein wirklich ehrliches Danke in dir bewirken kann? Wie ist das Gefühl in dir? Wo befindet sich es?

Dankbarkeit hat die Kraft, ein Leben komplett zu verändern, sobald man es trainiert.


Warum ist dankbar sein so wichtig?


Wir machen jetzt einen kleinen Exkurs in die Wissenschaft. Den es gibt ganze Forschungszweige die sich mit der Auswirkung von Dankbarkeit auf ein Leben beschäftigen.


So ergaben Studien von Emmons und McCullough im Jahre 2003 interessante Ergebnisse. 157 Teilnehmer wurden in folgende Gruppen aufgeteilt:


Gruppe 1: 1x wöchentlich in einem Buch aufschreiben, wofür sie dankbar sind.

Gruppe 2: 1x wöchentlich notieren was sie geärgert hat.

Gruppe 3: 1x wöchentlich neutral über ihre Erlebnisse schriftlich berichten.


Ergebnis:

Gruppe 1 verbesserte sich zu Gruppe 2 und 3 wie folgt:

  • besserer Schlaf

  • mehr Empfinden von Freude und Glück

  • gesteigerter Optimismus

  • hilfsbereiter und großzügiger

  • aufgeschlossener gegenüber der Welt

Einen etwas ausführlicheren Bericht verlinke ich hier:

Wirkung von Dankbarkeit


Es gibt unzählige Studien, Nachweise in Form von Filmen, Büchern oder Kommentaren, die belegen, dass Dankbarkeit viele positive Eigenschaften auf die psychische und physische Gesundheit hat:


  • besser gelaunt

  • liebevoller

  • sportlicher

  • energievoller

  • gesünder

  • schmerzfreier

  • entspannter

...

und vieles mehr.


In meiner Arbeit als Coach ist es eines der ersten Werkzeuge, die ich den Menschen in die Hand gebe. Richtig dankbar zu sein und das zu trainieren.


So unzählige Male habe ich es erlebt, das ich Menschen begegne, die einfach Müde vom Leben sind. Es ist eine Mischung aus Langeweile, Angst vor der Zukunft, Stress mit der Vergangenheit gefolgt von Müdigkeit und träge zu sein. Du schaust ihnen in die Augen und du siehst das sie verlernt haben zu lachen.


Frag so einen Menschen mal, für was er dankbar ist. Ich habe zwei Erfahrungen in meinem Leben damit gemacht:

  1. Ihm fällt lange nichts ein und stammelt dann irgendetwas vor sich hin.

  2. Oder er leiert gleich über Standartphrasen wie, Haus, Auto, Kinder und Job.

Ich bin ein Mensch, der sieht es als Privileg an, auf diesem Teil der Erde leben zu dürfen. Fließend Wasser, Strom, Internet und jeder Zeit ist es möglich von hier aus in jeden erdenklichen Teil der Welt zu kommen. (Im Moment würde ich letzteres unter Vorbehalt nennen!)


Es gibt Kontinente, da verhungern ganze Gesellschaften. Darüber gibt es gute und informative Dokumentationen über Slums in Afrika oder Südamerika. Da ist nicht annährend das Gefühl von Sicherheit vorhanden. Ganz anders als hier in Europa. Worauf ich hinaus will ist, wofür kann man denn überhaupt dankbar sein?


  • fließend Wasser

  • Dach über dem Kopf

  • ein warmes Bett

  • was warmes zu Essen auf dem Tisch


Meiner Meinung nach ist es das größte Geschenk was man haben kann, morgens die Augen aufzumachen und gesund zu sein.


  • sich bewegen können

  • nicht auf jemanden angewiesen sein

  • sehen zu können

  • nicht gehörlos zu sein

  • ein Gerät zu haben, damit du das hier lesen kannst

  • die Kleidung am Körper

  • gute Freunde

  • gute Familie


Und sicher auch für Kind und Job.


Dankbar sein geht für so viele kleine Dinge. Auf die den Fokus zu richten, steigert deinen Dankbarkeitsmuskel. Und wenn so langsam immer mehr das Gefühl von dankbar sein in jemanden erzeugt wird, verändert sich sein Leben positiv. Dieser Fakt ist wissenschaftlich mehrfach belegt.


Wie wende ich Dankbarkeit an?



Eine kleine Übung zu Beginn: Was sind drei Dinge, für die du dankbar bist? Gar nicht so leicht, wenn man sich darüber noch nie bewusst Gedanken gemacht hat oder?


Wer dankbar ist, nimmt ganz bewusst wahr, wenn ihm ein positives Gefühl schenkt: Wenn die Sonne scheint, ein Kollege einen Gefallen tut oder ein Fremder ein Lächeln schenkt. Dankbarkeit heißt, den Augenblick, die Gegebenheiten und alles, was uns begegnet, nicht als etwas Selbstverständliches anzusehen, sondern es als Geschenk wahrzunehmen.

Dankbarkeit ist eng verknüpft an unser Glück: Psychologie und Wissenschaft sind sich einig, dass unsere Einstellung zum Glück davon beeinflusst wird, wie viele glückliche Momente wir erleben. Siehe oben schon näher erwähnt. Worauf wir uns konzentrieren, das erleben wir intensiver. Wer also dankbarer ist und sich auf die positiven Aspekte des Lebens konzentriert, ist automatisch glücklicher. Somit steht Dankbarkeit auch in engem Zusammenhang mit Achtsamkeit: Dankbarkeit ist eine Form der Achtsamkeit gegenüber sich selbst und seinem Umfeld.


Wie fang ich an?


Als erstes nehme dir ein Notizbuch in die Hand und nenne es Dankbarkeitstagebuch. Nun setzt du dich täglich mit dem Büchlein hin und schreibst drei Dinge auf, für die du heute dankbar bist. Und zwar mit diesen Sätzen:


"bin dankbar für .... , weil ...!"


Um das Gefühl von Dankbarkeit zu trainieren hilft es enorm zu wissen, wieso es das tut - also das weil. Der Grund für die Dankbarkeit. Lies den Satz mal ohne den Grund durch und spüre was es in dir auslöst:


"Ich bin dankbar für meine Augen."


Ziemlich emotionslos oder? Jetzt lese den Satz nochmal mit dem Grund verknüpft:


"Ich bin dankbar für meine Augen, weil ich mit ihnen sehen kann"


Hat eine intensiver Wirkung auf der Gefühlsebene oder wie siehst du das?


An jedem Satz fügst du jetzt noch ein "danke, danke, danke" hinzu, um das Gefühl noch weiter zu intensivieren.


"Ich bin dankbar für meine Augen, weil ich mit ihnen sehen kann, danke, danke, danke!"


Schreibe so jeden Tag drei Dinge auf für die du dankbar bist und lese sie im Anschluss 2-3x laut vor und fühle die Dankbarkeit dabei. Du wirst sehen, wie schnell sich dieses Gefühl in den nächsten Tagen verstärkt. Du trainierst deinen Dankbarkeitsmuskel.


Hier folgen noch drei weitere Übungen, um zusätzlich deine Achtsamkeit zu trainieren. Erstelle ein Dankbarkeitstagebuch und nehme dir hier eine weiter Übung mit in den Tag.


Drei Übungen im spielerisch mehr Dankbarkeit zu erlernen:


Erbsen in der Tasche:

Nimm eine kleine Hand voll Erbsen und stecke sie dir in die Hosentasche. Und immer wenn dir etwas begegnet wofür du dankbar bist, nehme eine Erbse aus der Hosentasche und stecke sie in die andere. Mit den Worten "danke, danke, danke" - die selbstverständlich gedacht werden dürfen und nicht unbedingt laut ausgesprochen werden müssen.


Magische Schritte:

Diese Übung ist ganz einfach. Du gehst spazieren oder bist auf dem Weg zu Freunden. Jeden Schritt den du gehst, denkst du dir einfach mal danke. Ich mache das gerne, wenn mir Treppen begegnen. Jede Stufe ein Danke.


Dankbarkeitsspiel:

Finde eine bestimmte Zeit am Tag , während der er du alles, was du siehst, wertschätzt und anerkennst. Es bietet sich zum Beispiel der Weg von der Arbeit nach Hause an. Jede Blume, jedes Straßenschild, welches dir den Weg weißt, jedes Ampel die dich über die Straße lässt oder einfach nur weil dir die Sonne ins Gesicht scheint, einfach mal Danke zu sagen

Der Sinn dieser Übungen ist folgender:

Wenn du dein Gehirn trainierst, das Gute in der Welt zu sehen, hast du keinen Raum mehr, um negative Sachen zu denken.


Abschließende Worte:

Tue dir selbst einen Gefallen und fang an deinen Dankbarkeitsmuskel zu trainieren. Es gibt so unzählig viele Geschichten von Menschen, die durch Dankbarkeit ihr ganzen Leben verändert haben. So viele Menschen denen ich begegnet bin und ich ihnen das Werkzeug der Dankbarkeit in die Hand gegeben habe, dessen Leben entwickelte sich von Grund auf besser. Die Müdigkeit in ihren Augen verschwindet, die Lebenslust kommt wieder, ihre Existenzängste schwinden und der Optimismus wird stärker. Sie entwickeln sich wieder zu lebensbejahenden Menschen! Also welche Übung wirst du in deinen Tag integrieren?


Diese Artikel könnten auch noch interessant sein:

Wie Gedanken unsere Gefühle beeinflussen

Limitierende Glaubenssätze - wie wir unsere Welt verändern können

Wie du mit Sprache dein Selbstbewusstsein stärkst


Hab viel Spaß damit!

Liebe Grüße,

Sandra


21 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen